Deutsche Alpenstraße kompakt | Infos und Tipps

Wir waren Ende September 2025 auf dieser Ferienstraße, eine der ältesten Deutschlands, unterwegs und liefern euch nun u.a. Infos zur Strecke und zu ausgewählten Stellplätzen. Auch ein kleines Fazit darf nicht fehlen, alles natürlich wie immer aus unserer Sicht dargestellt, denn wir sind mit Hund und Kastenwagen unterwegs. Das ist bei euch evtl ganz anders.

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1. Streckeninfos

Die Deutsche Alpenstraße verläuft über 484 km von Lindau am Bodensee bis Schönau am Königssee entlang des nördlichen Alpenrandes. 3-4 Tage sollte man im Minimum einplanen – wir waren 6 Tage unterwegs und konnten so an einigen Orten etwas länger bleiben. In welche Richtung man die Route fährt, von West nach Ost oder umgekehrt, ist aus unserer Sicht vollkommen egal.

Die Streckenführung kombiniert gut ausgebaute Bundes- und Staatsstraßen mit kurvigeren Abschnitten durch Täler und Orte. Hochalpine Passstraßen gibt es keine. Sie ist für alle Wohnmobilgrößen gut befahrbar – wir haben auf der Strecke keinerlei Gewichtsbeschränkungen gesehen. 

Auf der Website der deutschen Alpenstraße kann man sich fürs Navi die Route herunterladen. Zusätzlich könnte man sich z.B. von Foly Maps eine spezielle Straßenkarte kaufen, auf die wir diesmal aber verzichtet haben. Fast überall sind an Kreuzungen braune Wegweiser zu finden, die Richtungswechsel anzeigen. Leider sind sie oft ziemlich klein und daher übersieht man sie auch mal gerne.

Website Deutsche Alpenstraße www.deutsche-alpenstrasse.de

Website Rossfeld Panoramastraße www.rossfeldpanoramastrasse.de

2. Sehenswertes

Entlang der Strecke liegen so viele Seen, Berge, Städte und Ausflugsziele, dass eine vollständige Aufzählung nicht möglich ist. Stadtbesichtigungen, Wandern, Schwimmen in einem der zahlreichen Seen – die Auswahl ist je nach Jahreszeit unendlich. Ein Highlight für uns war die Rossfeld Panoramastraße, die eigentlich gar nicht Teil der deutschen Alpenstraße ist, aber der Mini-Umweg kurz vor dem Königssee hat sich sowas von gelohnt. Wir hatten herrliches Wetter und haben jeden Kilometer genossen. 

Was für uns beim Befahren einer Themenstraße immer dazu gehört ist der Start- und Endpunkt  , also Lindau am Bodensee mit seiner schönen Altstadtinsel  und der bekannten Hafeneinfahrt   sowie Schönau am Königssee. Tagsüber ist es an diesen beiden Orten immer unheimlich voll und so empfiehlt es sich, frühmorgens oder abends vorbei zu kommen. 

3. Beste Reisezeit

Für eine Wohnmobiltour entlang der Deutschen Alpenstraße gelten Mai bis Juni sowie September als beste Reisezeit. Die Straßen sind schneefrei und die Stell- sowie Campingplätze weniger überlaufen.

Juli und August bieten zwar die längsten Tage, sind aber die verkehrsreichsten Monate und die Suche nach einem Übernachtungsplatz kann schon mal schwierig werden. Und damit sind wir beim nächsten Punkt – wo bleibt man über Nacht mit dem Camper? 

4. Stellplätze

Freistehen entlang der Deutschen Alpenstraße ist so gut wie unmöglich. Wir haben praktisch überall Womo-Verbotsschilder gesehen und mussten daher Stellplätze aufsuchen – Campingplätze sind ja nicht so unser Ding. Ende September haben wir zum Glück überall eine Lücke gefunden und zwischen 10 und 16 Euro pro Nacht gezahlt. Hier findet ihr eine Übersichtskarte, wo wir Station gemacht haben. In Pfronten waren wir beim Gasthof Wiesele, am Walchensee auf dem Nachtparkplatz, in Tegernsee hinterm Bahnhof, in Ruhpolding auf dem städtischen Stellplatz und in Ramsau auf einem normalen aber für Womos zur Übernachtung freigegebenen Parkplatz.

Unsere Stellplätze von West nach Ost

Pfronten-Weißbach, beim Gasthof Wiesele, Am Wiesele 7, 16€/Nacht

Walchensee, Nachtparkplatz Mautstraße Einsiedl Jachenau, 15€/Nacht bis 11 Uhr am Folgetag

Tegernsee, Klosterwachtstraße 5, 10€ von 19 bis 8 Uhr, tagsüber 1. Stunde kostenlos, danach 2€/Stunde oder 8€/Tag

Ruhpolding, Hauptstraße. 75, max. 48 Std., 10 €/Nacht

Ramsau, Berchtesgadener Str. 11, 13€/24 Std.

Schönau am Königssee, P2, 25€/24 Std.

Auf dem Stellplatz in Schönau am Königssee hatten wir nur ein 8-Stunden-Parkticket ohne Übernachtung (10€), denn das ist oft das nächste Problem. Möchte man bei einer Sehenswürdigkeit einfach mal 1-2 Stunden parken, ist das mit dem Camper oft nicht möglich bzw. besonders teuer. Dann bleibt wie am Königssee keine Wahl und man zahlt für Zeit, die man gar nicht vor Ort ist. Gerade auf der deutschen Alpenstraße hatten wir oft den Eindruck, dass wir Wohnmobilisten nicht so gerne gesehen sind, warum auch immer. 

Pfronten-Weißbach, Gasthof Wiesele
Walchensee, Nachtparkplatz Mautstraße Einsiedl Jachenau
Tegernsee, Klosterwachtstraße 5
Ruhpolding, Hauptstraße. 75, max. 48 Std.
Ramsau, Berchtesgadener Str. 11
Schönau, P2

5. Unsere Ausgaben

Die Strecke ist mit ihren 484 km nicht sehr lang und die Steigungen halten sich in Grenzen, so dass der Spritverbrauch moderat ist. Bei unserer Fahrweise ist das gerade mal eine halbe Tankfüllung Diesel. Fürs Übernachten mussten aber auch wir diesmal Geld ausgeben, weil es wie gerade erwähnt mit dem Freistehen ja so eine Sache ist. Wir haben für 6 Übernachtungen auf Stellplätzen insgesamt 77 Euro gezahlt, dazu kamen knapp 2 Euro fürs Auffüllen von Frischwasser. Fahrt man die Rossfeld-Panoramastraße, kommen 9,50 € dazu und das war es dann auch schon. Wenn man drumherum nichts anderes mehr macht, kann man also in 6 Tagen mit 90 € auskommen. Wir lieben allerdings die bayerische Küche und sind einige Male essen gegangen, aber auch das immer zu absolut vernünftigen Preisen.  

6. Fazit

Auch wenn die Deutsche Alpenstraße nicht so spektakulär ist wie z.B. die französische Route des Grandes Alpes, die wir 4 Wochen zuvor gefahren sind, so war es doch ein Erlebnis, Bayern im äußersten Süden von West nach Ost komplett zu durchqueren. Wer urige Orte liebt, alpenländische Architektur und die bayerische Küche, kommt hier voll auf seine Kosten. Und für Wanderer ist gerade das Voralpenland ein Eldorado. Wir wären gerne im Allgäu etwas laufen gegangen, aber das Wetter war zu dem Zeitpunkt einfach nicht gut genug. Außerhalb der Hochsaison im Sommer bekommt die Deutsche Alpenstraße also von uns einen Daumen nach oben, wenn man als Camper damit leben kann, Stell- oder Campingplätze anfahren zu müssen.