Roadtrip Norwegen 2026 Teil 10 | Finale an der Südküste

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FINALE!!! Es folgt der 10. und nun wirklich letzte Teil unserer Norwegen-Tour 2026. Ihr habt richtig gehört – der Abschied von Norwegen steht definitiv fest. Aber eine kleine Extrarunde drehen wir noch, weil das Wetter so gut ist. Wir fahren die Jæren-Touritikroute einfach nochmal, denn vor 5 Wochen waren wir bei Regen und Sturm dort unterwegs. Und diese Entscheidung hat sich sowas von gelohnt.

Auf der Jæren-Route bis zum Leuchtturm Kvassheim

Bei strahlendem Sonnenschein starten wir zum 2. Mal auf der Fv44, der sogenannten Jæren-Touristikroute. Vor 5 Wochen waren wir schon begeistert von der Strecke, aber bei solchem Wetter macht es grad doppelt Spaß. Die Kulisse im Magma Geopark ist überwältigend, denn die Formen und Farben des speziellen Gesteins sind einzigartig. Vor etwa 930 Millionen Jahren kühlte Lava unter der Erdoberfläche ab und erstarrte zu Anorthosit, eine Gesteinsart, die man auch auf dem Mond findet. Die Hebung der Erdkruste und Erosion über Millionen von Jahren führte zu dieser markanten Fels-, Fluss- und Seenlandschaft. 

Nach mehreren Filmstopps erreichen wir nach gut 3 Stunden den Leuchtturm Kvassheim. 1912 im Landschaftsschutzgebiet Jærstrendene erbaut ist er seit 1990 nicht mehr in Betrieb. Er wurde abgelöst durch ein Leuchtfeuer, das direkt nebenan im Hafen steht. Wir drehen jetzt wieder um und fahren dieselbe Strecke Richtung Osten zurück. Unterwegs werden wir uns aber einen schönen Schlafplatz suchen und den Aufenthalt strecken, denn das Wetter spielt super mit. 

Schlafplatz beim Wanderparkplatz Branndalsvatnet

Auf Park4Night haben wir einen tollen Spot zum Übernachten gefunden. Mit uns steht nur ein anderer Camper da – das wird sich in Kürze sicher ändern, wenn die Hochsaison so richtig an fahrt aufnimmt. Auch jetzt kommen uns schon deutlich mehr Womos entgegen als noch vor 5 Wochen.

Am nächsten späten Morgen beschließen wir, einen der schönen und gut ausgebauten Wanderwege zu laufen. Die Natur ist wunderschön! Kleine Flüsse, die die Seen untereinander verbinden und zwitschernde Vögel begleiten uns bis zu einem Aussichtspunkt. Adriano ärgert sich über sich selbst, denn er hat sein Arbeitswerkzeug, die Drohne, nicht mitgenommen. Gute 2 Stunden sind wir unterwegs, bevor wir wieder bei Schorschi sind. Und wir haben noch ein Tagesziel im Kopf, das wir jetzt ansteuern.

Unser Schlafplatz mitten im Wandergebiet
Umgebung des Branndalsvatnet

Ruggesteinen

Hinter Egersund gibt es einen speziellen Felsen, den Ruggesteinen, zu Deutsch Wackelfelsen. Dieser ist Überbleibsel eines Gletschers, ca. 74 Tonnen schwer und kann angeblich von Hand ins Schaukeln gebracht werden. Das müssen wir natürlich ausprobieren. An der linken Seite hat Adriano keine Chance, aber rechts kann man ihn tatsächlich in kleine Bewegungen versetzen. Während Adriano kurz durchatmet, zeigt uns ein junger Mann, wie’s richtig geht.

Auch hier beim Ruggesteinen könnte man endlos wandern gehen, aber dazu ist es uns heute tatsächlich zu warm und außerdem steht jetzt am Spätnachmittag noch die Stellplatzsuche an. Durch den enormen Anstieg der Womo-Touristen haben wir im Vorbeifahren gesehen, dass die meisten Freistehplätze bereits belegt sind. Deshalb wollen wir heute zu einem offiziellen Stellplatz in Feda fahren, der zwar groß ist, aber zu sicher sollten wir uns nicht sein, dass wir dort abends noch eine Lücke finden. Die Jæren-Route lassen wir dabei übrigens hinter uns. Zwei andere Highlights an dieser Strecke, die Helleren-Häuser und den Trollpikken hatten wir euch bereits in der 1. Folge gezeigt. 

Stellplatz der Kommune Feda

Dieser Stellplatz liegt am geschützten Fjord der Gemeinde Feda, unweit der E39 direkt neben dem Hafen und unweit des Ortskerns. Es gibt Stellplätze in 1. Reihe direkt am Wasser, die für 24 Stunden mit Strom 210 NOK kosten. Die in der 2. Reihe kosten 180 NOK und haben keine Stromsäulen. Laut Internet ist der Platz vom 1. April bis Ende Oktober geöffnet. Website: https://campio.no/de/campsite/kvinesdal-bobilparkering?startDate=2026-07-26&endDate=2026-07-27

Wir bleiben tatsächlich 24 Stunden und fahren erst am nächsten Abend weiter.

Lista Fyr

Immer noch Sonne pur – also peilen wir ein weiteres nicht so bekanntes Ziel an der Südküste an, den Leuchtturm Lista. Schöner Nebeneffekt – ein paar Kilometer entfernt ist ein Museumsgelände beim Nordberg Fort, auf dem man mit Nortrip stehen kann. Endlich mal ein Platz, an dem man nicht bis 17 Uhr angekommen und angemeldet sein muss. Der Parkplatz ist jederzeit frei zugänglich und nachts stehen wir hier komplett alleine. Am Morgen wecken mich Schafe und ich scheu ihnen eine Weile beim Saugen ihrer Lämmer zu.

In wenigen Minuten kommen wir beim Leuchtturm an, an dem uns ein scharfer Wind mit kalten Temperaturen empfängt. Ins Besucherzentrum kommt man ohne Eintrittsgebühr rein, den Leuchtturm kann man nur mit Ticket für 150 NOK besteigen. Merkwürdig: es gibt keine Einzeltickets, d.h. man kauft immer ein Gruppenticket für 150 NOK, auch wenn man nur zu weit ist. Wir könnten jetzt auf dem Parkplatz fragen, ob andere Lust haben, mit uns in den Leuchtturm zu gehen, entscheiden uns dann aber dagegen. So viel mehr sieht man von oben auch nicht und der Wind ist wirklich unangenehm. Im Besucherzentrum lerne ich aber mal wieder etwas Neues. Nordwestlich von Lista liegt ein amphodromischer Punkt. Hier treffen zwei Gezeitenwelle aufeinander, eine aus Schottland und eine vom Ärmelkanal, die dafür sorgen, dass es kaum Ebbe und Flut gibt. Davon hatte ich noch nie in meinem Leben zuvor gehört.

Gerne würden wir hier an der Küste noch irgendwo übernachten, aber alle Freistehplätze sind schon belegt. Deshalb fahren wir am späten Abend noch bis Mandal zu dem Wanderparkplatz, auf dem wir schon vor 5 Wochen waren. Hier erwischen wir die letzte Lücke – zu Gewinn der Tour waren wir alleine.

Nortrip Parkplatz beim Nordberg Fort
Lista Leuchtturm

Letzte Übernachtung auf einem Nortrip Weingut

Unser letzter Tag in Norwegen begrüßt uns mit Regen. Das passt ja gut zu unserer Stimmung, denn auch wir weinen innerlich, weil die Tour zu Ende geht. Wir hätten noch 2 Wochen Zeit, aber es steht ein massiver und länger anhaltender Wetterwechsel bevor und wir möchten Norwegen genau mit dem schönen Wetter der letzten 2 Wochen in Erinnerung behalten.

In Mandal kaufen wir nochmals die Zimtschnecken, die uns vor 5 Wochen so gut geschmeckt haben. Danach geht es entlang der Küste Richtung Kristiansand. 15 Minuten von der Stadt entfernt gibt es ein Weingut, das von Mai bis September 2 Plätze für Camper via Nortrip anbietet. Wir beeilen uns, dass wir vor 17 Uhr da sind, aber es ist niemand zu sehen. Die Eigentümer sind wohl unterwegs, a der zum Glück sind die beiden Nortrip-Plätze mit Schild gekennzeichnet. Wir stellen uns also einfach hin und genießen den letzten Abend an diesem ruhigen Plätzchen.

Nortrip Weingut Voie Vin bei Kristiansand
Nortrip-Stellplatz mit dem „unvermeidlichen Müll“ im Hintergrund

Fährfahrt nach Dänemark

Die Tickets für die Fähre buchen wir tatsächlich erst 24 Stunden vorher – zu dieser Jahreszeit scheint es kein Platzproblem zu geben. Wir wählen wieder die Schnellfähre wegen Sunny und zahlen sogar weniger als für die Hinfahrt.

Frühes Aufstehen ist angesagt, denn Abfahrt ist um 9 Uhr und wir müssen spätestens 1 Stunde vorher am Hafen sein. Sunny darf mit aufs Achterdeck und zunächst fühlen wir uns sehr wohl. Draußen wird es allerdings wegen des Winds ungemütlich und so suchen wir uns einen Platz im Hundebereich am Achterdeck. Leider ist die Klimaanlage so kalt eingestellt, dass wir während der Überfahrt erbärmlich frieren. Andere Jacken können wir ja nicht holen, denn der Zugang zu den Decks ist geschlossen. Zusätzlich schaukelt sich der Katamaran heute extrem auf und dreht sich heftig um die Längsachse. Nach kurzer Zeit ist uns beiden k…übel und wir sind nach knapp 3 Stunden einfach nur froh, in Hirtshals anzukommen. Diese Fährfahrt bleibt uns als Negativerlebnis in Erinnerung und wir beschließen, beim nächsten Mal in jedem fall wieder über die Brücken und Schweden zu fahren.

Das war’s

Wir danken allen, die uns über 5 Wochen und 10 Videos/Blogs begleitet haben. Für uns geht es nun noch 1 Woche nach Dänemark und danach etwas an die deutsche Ostsee. Wenn ihr wissen wollt, was in den kommenden Tagen so alles schief läuft, schaltet einfach nächsten Sonntag wieder ein bzw. lest die Blogs weiter.