Route des Grandes Alpes KOMPAKT | Infos und Tipps für Camper

Rechtzeitig vor dem Ende der Wintersperren auf den Alpenpässen möchten wir euch nochmal eine kompakte Zusammenfassung zur Route des Grandes Alpes liefern. Anfang September 2025 sind wir die atemberaubende, knapp 700 km lange Hauptstrecke mit unserem 6,40 Kastenwagen von Nord nach Süd gefahren. Dazu kam eine Extra-Runde mit 4 weiteren Pässen. Was es gerade auch für Wohnmobilisten zu beachten gibt, hatten wir schon am Ende unseres 5. Videos unserer RDGA-Staffel erwähnt. Jetzt kommt eine gut 12-minütige Kurzfassung davon. Für Details schaut dann bitte in die jeweiligen 5 Videos hinein. 

Infos zur RDGA

Die offizielle ausgeschilderte Hauptroute der RDGA ist knapp 700 km lang und führt über 17 Pässe, 6 davon über 2.000 m hoch. 

Infos zur RDGA:  www. routedesgrandesalpes.com  https://www.moppedhotel.de/routedesgrandesalpes/

Infos zu Pass-Sperren: www.alpenrouten.de  www.alpenpaesse.de  www.alpenjournal.de

Eine große Hilfe war für uns die Karte von Foly Maps, weil sie sehr übersichtlich ist und auch einige Zusatzschleifen abseits der Hauptroute beschreibt. Karte zur RDGA: www.amzn.to/46MtKJp

Beste Reisezeit

Offiziell heißt es, dass die RDGA von Anfang Juni bis Mitte Oktober befahren werden kann, hängt aber davon ab, ob im Juni nochmal Schnee fällt und wann der erste im Oktober kommt. Wir kennen jetzt nur die 1. Septemberwoche, haben aber von anderen gehört, dass man Juli/August wegen der Schulferien in Frankreich in jedem Fall meiden sollte, wenn man nicht im Kolonnenverkehr über die Passstraßen schleichen möchte. Gegenverkehr auszuweichen bei den kurzen Ausweichbuchten kann dann schon mal zu einer sehr großen Herausforderung werden. Deshalb empfehlen wir die 2. Junihälfte oder den September für eine Tour. Aber Achtung: auch dann kann es kurzfristig wegen Schneefällen zu Pass-Sperren kommen. Auch Radsportveranstaltungen können einem in die Quere kommen – einige der Pässe gehören z.B. zum Standardprogramm der Tour de France. Deshalb am besten immer täglich die jeweiligen Seiten im Internet checken.

Beschränkungen für Womos

Eine der größten Hürden zum Befahren der RDGA können die Womo-Maße sein. Zum Col du Galibier kommt man z.B. nur bis 3,5 t hinauf – alle anderen müssen unten durch den Tunnel. Der Col de la Cayolle lässt zwar mehr Gewicht zu, hat aber Grenzen bei Höhe, Länge und Breite. Aus unserer Sicht geht dieser Pass sowieso nur mit einem schmalen Kastenwagen von max. 6,40 Länge, alles andere kann problematisch werden. 

Wie so oft hängt es auch davon ab, wie sicher man im Umgang mit seinem Fahrzeug ist. Fühlt man sich unwohl beim Rückwärtsfahren auf engen Straßen oder kann Abstände schlecht einschätzen, ist die RDGA unter Umständen keine gute Wahl. 

Was sollte man nicht verpassen

  1. Da wäre als allererstes der Col de l’Iseran – mit 2.770 Metern der höchste asphaltierte Alpenpass. Alleine die Auffahrt von Val d’Isere aus ist schon ein Hochgenuss, von der Abfahrt ganz zu schweigen.
  2. Auch den Col du Galibier solltet ihr mitnehmen, wenn euer Camper wie bereits erwähnt unter 3,5 t liegt. Bei guter Fernsicht kann man von hier aus den Mont Blanc sehen – bei uns war es ausgerechnet an dem Tag bewölkt.
  3. Auch der Col d’Izoard ist unserer Meinung nach Pflicht, denn die Aussicht von der Passhöhe zu beiden Seiten ist sensationell.
  4. Nichts für schwache Nerven ist der Col da la Cayolle, weil speziell auf der Nordseite die Fahrbahn wirklich sehr schmal ist. Dafür wird man aber mit einer ursprünglichen Straße belohnt und einer Passhöhe, die nicht mit Aussicht, dafür aber mit lieblicher Natur glänzt.
  5. Nach diesem Pass müsst ihr einen kleinen Abstecher in den Gorges de Daluis machen und diesen am besten in beide Richtungen fahren. Hin und zurück dauert das ohne Stop gerade mal eine knappe Stunde, aber die Streckenführung ist absolut spektakulär. 

V/E-Stationen

Hier gilt: vorausschauend planen. Frischwasser nicht bis zum letzten Tropfen aufbrauchen und die Kassette auch mal leeren, wenn sie nur halbvoll ist. In den größeren Tälern zwischen den Pässen gibt es überall Stellplätze mit Versorgung, aber wenn man kurzentschlossen oben auf einem Pass übernachten möchte, findet man dort in der Regel nichts. 

Tankstellen

Mit den Tankstellen verhält es sich genauso. Auch hier ist etwas Planung die halbe Miete. Und wenn man sich dann noch zuvor auf der Website www.prix.carburants über die günstigsten Preise informiert, kann man auch schon mal 20 € bei einer Tankfüllung sparen. 

Internet

Mit dem Mobilfunknetz hatten wir ab und zu mal so unsere Probleme. Besonders auf den großen Pässen gab es manchmal absolut keinen Empfang. Blöd, wenn man schnell mal etwas nachgucken möchte, z.B. ob man mit der Drohne fliegen darf oder nicht. 

Drohne

Wenn ihr damit unterwegs seid, findet ihr auf der Website www.geoportail.gouv.fr alle Infos zu Flugverbotszonen und gestatteten Flughöhen. 

Unterwegs mit Hund

Und zu guter Letzt eine Info für alle, die mit ihrer Fellnase reisen. In einigen Nationalparks, z.B. dem Mercantour, sind Hunde außerhalb des Campers nicht erlaubt, also auch nicht an der Leine. Dies geschieht zum Schutz des empfindlichen Ökosystems in den Parks und sollte wirklich beachtet werden.

Tourbook

1. Etappe – 190 km – 4,5 Std Fahrzeit

Start: Thonon-les-Bains

Pässe: Col de Gets – Col de la Colombière – Col des Aravis – Col des Saisies – Cormet de Roselend

Ziel: Bourg-St.-Maurice – Übernachtung frei auf Parkplatz

2. Etappe – 140 km – 4 Std Fahrzeit

Start: Bourg-St.-Maurice

Pässe: Col de l’Iseran – Col du Télégraphe

Ziel: Valloire – Übernachtung frei auf Parkplatz

3. Etappe – 150 km – 4,5 Std Fahrzeit

Start: Valloire

Pässe: Col du Galibier – Col du Lautaret (nur Abfahrt) – Col de l’Izoard – Col de Vars

Ziel: Jausiers – Übernachtung kostenlos auf städtischem Stellplatz

4. Etappe – 115 km – 3,5 Std Fahrzeit

Start: Jausiers

Pässe: Col de la Cayolle

Ziel: Annot – Übernachtung kostenlos auf städtischem Stellplatz

5. Etappe – 190 km – 5,5 Std Fahrzeit (Zusatzrunde NICHT RDGA)

Start: Annot

Pässe: Col de la Colle-St.-Michel – Col d’Allos – Col de la Bonette – Col de Raspaillon – Col de la Couillole

Ziel: Beuil – Übernachtung frei auf Parkplatz

6. Etappe – 120 km – 4 Std Fahrzeit

Start: Beuil

Schluchten: Gorges du Cians – Gorges de Daluis

Pässe: Col de Valberg – Col de la Couillole

Ziel: Roubion – Übernachtung kostenlos auf offiziellem Stellplatz des Skilifts

7. Etappe – 110 km – 4 Std Fahrzeit

Start: Roubion

Pässe: Col de la Couillole – Col de St. Martin (La Colmiane) – Col de Turini

Ziel: Sospel – Übernachtung frei auf Parkplatz

8. Etappe – 25 km – 1 Std Fahrzeit

Start: Roubion

Pässe: Col de Castillon

Ziel: Menton