Roadtrip Portugal | Unsere Top 10 mit Infos + Tipps

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Wir haben Portugal im Uhrzeigersinn bereist und dabei ungefähr 2.900 km zurückgelegt. In diesem Video zeigen wir euch zunächst unsere Highlights der Tour in chronologischer Reihenfolge, also ohne Wertung. Zum Schluss gibt es Infos zur besten Reisezeit, zu Stellplätzen, zum Internet und zu unseren Kosten. 

Highlight Nr. 1 – Die N2

Unser 1. Highlight ist gleich eine ganze Straße und zwar die Nationalstraße N2, die auch portugiesische Route 66 genannt wird. Sie führt von Chaves kurz hinter der spanischen Grenze durchs touristisch wenig bekannte Hinterland bis nach Faro an der Algarve und bietet Einblicke ins „echte“ Portugal. 

Zu Beginn durchquert man das nördliche Hügelland und kann am Fluss Douro das Hauptanbaugebiet des lokalen Weins erkunden. Weitere Höhepunkte auf der 1. Hälfte der Strecke sind die Wallfahrtskirche in Lamego mit der imposanten Treppenanlage und die Universitätsstadt Coimbra mit ihrer sehr schönen Altstadt. Danach kommt man direkt am geografischen Mittelpunkt Portugals vorbei und landet in der Alentejo-Region, eine sehr dünn besiedelte und vor allem landwirtschaftlich genutzte Gegend mit riesigen Korkeichenwäldern. Hier sollte man den Fuß vom Gaspedal nehmen und einfach die herrliche Landschaft genießen oder noch einen Abstecher in die Stadt Evora mit der bekannten  Knochenkapelle  machen. 

Nach 738 km erreicht man Faro und schnuppert zum 1. Mal Meeresluft. Beim Bummel durch die Altstadt kann man schon wieder eine Knochenkapelle besichtigen, kleiner als die in Evora aber nicht weniger eindrücklich. 

Spezial-Tipp für die N2

Und jetzt kommt noch der ultimative Tipp für die N2. Geht beim Start in Chaves zur örtlichen Tourist-Info und holt euch das kostenlose Etappenbüchlein zur N2. Auf 35 Seiten sammelt ihr entlang der 739 km Stempel, seid dadurch zu Stopps quasi gezwungen und entdeckt auf diese Art Ecken, in die ihr sonst nie gefahren wärd. Uns hat das unheimlich viel Spaß gemacht, auch wenn es manchmal schwierig war, eine geöffnete Stempelstelle zu finden.

Highlight Nr. 2 – Die Algarve

Fährt man von Faro aus Richtung Westen, kommt man durch die bei Touristen wohl bekannteste und beliebteste Region Portugals, die Algarve. Dementsprechend hoch ist die Anzahl an Hotels – architektonisch und fürs Auge meist kein Genuss. Aber die Küste bietet einige Felsformationen, die sehr sehenswert sind. Wir haben uns zwei dieser Hotspots heraus gepickt, die in der Nebensaison zum Glück nicht überlaufen waren. Da wäre zum einen der Küstenweg von Carvoeiro mit einer einfach zu begehenden Höhle, besonders bei starkem Seegang sehr eindrucksvoll, aber auch nass. Zum anderen der Piedade bei Lagos mit den für die Algarve so typischen Felsbögen. 

Unser ganz persönliches Highlight war das Treffen mit dem Sandkünstler Vitor Raposo, der für uns sogar unseren Schriftzug an einen Strand von Albufeira zeichnete. Solltet ihr mal dort in der Ecke sein, versucht ihn bei der „Arbeit“ zu erwischen, denn seine Kunstwerke sind wirklich phänomenal. Bei halbwegs gutem Wetter und entsprechendem Gezeitenstand ist er nahezu täglich am Strand Praia Maria Luisa.

Highlight Nr. 3 – Rund um Sagres

Unser nächstes Highlight gehört zwar auch noch zur Region Algarve – trotzdem möchten wir dies besonders hervorheben. Sobald man Lagos hinter sich gelassen hat und sich dem kleinen Ort Sagres nähert, ist es vorbei mit den Bettenburgen. Unbebaute Küste mit wilden Steilfelsen, die Festung von Sagres auf einer kilometerlangen Klippe, die unter Naturschutz steht, Surfer, die auf den Wellen reiten – hier kann man die Seele baumeln lassen. Ein Muss bei einer Portugalrundreise ist natürlich der südwestlichste Punkt Europas am Cabo Sao  Vicente, an dem die letzte Bratwurst von Amerika auf dem Speiseplan steht. 

Highlight Nr. 4 – Die Südwestküste

Dieses Kapp war für uns der Wendepunkt – ab jetzt ging es wieder Richtung Norden und so kommen wir zum nächsten Höhepunkt, der dramatischen Südwestküste Portugals. 

Hier prallen die Wellen des Atlantiks mit voller Kraft auf die rötlichen Klippen. Im Naturpark Costa Vicentina führen Küstenpfade oberhalb des Meeres an menschenleeren Stränden vorbei. Die raue Landschaft ist kaum verbaut und nur ganz selten sieht man am Horizont kleine Dörfer. Wir haben die asphaltierte Küstenstraße ein paar Mal verlassen, um näher ans Meer zu kommen. Auf den unbefestigten Wegen kam sogar ein bisschen Abenteuerfeeling auf und wir hatten fast das Gefühl, dass sich hierhin in der Nebensaison kaum ein Tourist verirrt. Heißt aber nicht, dass nicht auch mal was los sein kann, wie z.B. hier am Strand von Amado, an dem wir 2 Stunden lang den Gleitschirmfliegern zugeschaut haben.

Highlight Nr. 5 – Cabo da Roca

Nachdem wir schon am südwestlichsten Punkt von Festlandeuropa waren, darf natürlich auch der westlichste Punkt nicht fehlen. Das Cabo da Roca westlich von Lissabon ist unser Highlight Nr. 5. Hier fallen die Klippen 140 Meter steil ins Meer hinab und rund um den weiß-roten Leuchtturm bieten abenteuerliche Küstenwanderwege weite Ausblicke über das offene Meer – starker Wind inclusive. 

Highlight Nr. 6 – Buddha-Garten bei Bombarral

Der 35 Hektar große Buddha Eden Garten bei Bombarral ist eine Attraktion, die kaum ein Tourist auf dem Plan hat. In diesem fernöstlich gestalteten Landschaftspark findet man hunderte Skulpturen aus Terrakotta und Marmor, Pagodentürme und Seen mit Koi-Fischen. Ein portugiesischer Unternehmer ließ die Anlage als Friedens- und Kulturprojekt nach der Zerstörung der Buddha-Statuen von Bamiyan anlegen. Das Gelände, auf dem Hunde erlaubt sind, verbreitet eine ruhige Atmosphäre und wir haben hier herrliche entspannte Stunden verbracht.

Highlight Nr. 7 – Óbidos

Nur 10 km von Bombarral entfernt liegt auf einem Hügel die mittelalterliche Stadt Óbidos, die man gut  in 1-2 Stunden erkunden kann. Im historischen und vollständig ummauerten Ortskern läuft man durch enge Gassen bis zur imposanten Burganlage. Besonders eindrucksvoll ist die gut erhaltene Stadtmauer, auf der Schwindelfreie den Ort komplett umrunden können.

Highlight Nr. 8 – Kloster Batalha

Nun sind es nur noch 50 km bis zum Kloster Batalha, unserem Highlight Nr. 8. Es ist eines der bedeutendsten Bauwerk Portugals und beherbergt wunderschöne Kreuzgänge, königliche Grabmäler und die unvollendeten Kapellen mit einzigartigen Steinmetzarbeiten. Wenn ihr es ermöglichen könnt, bleibt bis zur Dunkelheit, denn das Kloster wird nachts beleuchtet und ihr könnt tolle Fotos von der gotischen Fassade machen.

Highlight Nr. 9 – Porto

Begeistert hat uns die Altstadt von Porto, die am Fluss Douro liegt. Wir haben uns mit einem Uber-Taxi in die Altstadt fahren lassen und starteten unseren Rundgang in der Nähe des Bahnhofs São Bento mit seinen berühmten Azulejo-Wandbildern. Durch die Fußgängerzone führt der Weg hinab zum Ribeira-Viertel direkt am Ufer des Douro. Die Kulisse mit historischen Häusern und Cafés direkt am Fluss ist schon irgendwie einzigartig und man versteht, warum manche Porto als heimliche Hauptstadt Portugals bezeichnen. 

Über die zweistöckige Bogenbrücke kommt man auf die andere Flussseite oder setzt mit der Fähre über, so wie wir es gemacht haben. Auf dieser Uferseite wimmelt es von Bars diverser Weingüter und eine Verkostung des berühmten Portweins ist fast schon obligatorisch. Ist ja auch kein Problem, wenn man mit dem Taxi unterwegs ist. 

Highlight Nr. 10 – Die N103

Unser letztes Highlight ist wieder eine ganze Straße, und zwar die N103, die quer durch den Norden Portugals von der Atlantikküste bis zur spanischen Grenze führt. Zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten entlang der Route zählt die Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte bei Braga. Ähnlich wie in Lamego – ihr erinnert euch an den Anfang des Videos ?- führt auch hier eine monumentale barocke Treppe mit Kapellen und Brunnen zur Kirche hinauf. Aber auch der größte Wochenmarkt in Barcelos ist ein Erlebnis, denn er gleicht einem Kaufhaus unter freiem Himmel. Frisches Obst und Gemüse ist selbstverständlich, aber auch Kleidung, Schuhe und Möbel werden angeboten. Neben dem symbolträchtigen Barcelos-Hahn gibt es auch die lebende Variante zu kaufen – wie gesagt – ein bunter Gemischtwarenladen. Und solltet ihr es bisher auf eurer ganzen Riese noch nicht gemacht habt – hier bietet sich die Gelegenheit, Pasteis   de Nata zu probieren – eine portugiesische süße Spezialität aus einer Art Blätterteig mit Vanillepudding. Nach 150 km erreicht die N103 Chaves, unseren Startpunkt der Tour. Hier könnte man nordwärts die spanische Grenze bereits nach 11 km erreichen, wir sind aber die N103 bis zum Ende Richtung Osten gefahren, weil wir für den Rückweg über Spanien eine andere Route als auf dem Hinweg gewählt haben.

Da fehlt doch was!

Ihr wundert euch sicher, dass wir Lissabon nicht in unseren Highlights erwähnen, denn die Stadt gehört auf jeden Fall zu den Sehenswertesten Portugals. Leider war das Wetter sehr schlecht, als wir dort vorbei kamen und so hat es nur für einen Besuch der Christusstatue und den Turm von Belem gereicht.

Ein 2. Höhepunkt, der dem Wetter zum Opfer fiel, ist der Pena-Palast bei Sintra. Ein starkes Unwetter hatte für zahlreiche Baumschäden auf dem Gelände gesorgt und der Zugang war für mehrere Tage gesperrt. Diese 2 Stationen solltet ihr also noch zusätzlich einplanen.

Beste Reisezeit

Einige Dinge, die wir uns fest vorgenommen hatten, konnten wir nicht besuchen, weil zu unserer Reisezeit Winterstürme übers Land tobten. Und damit kommen wir zum nächsten Punkt auf unserer Liste. Wann ist die beste Reisezeit? Sicher nicht unsere und das haben uns hinterher auch viele Kenner des Landes bestätigt. Von Januar bis Anfang April ist meistens Regen- und Sturmzeit in Portugal – wir haben das 2025 fast 3 Wochen ununterbrochen erlebt. Mehrere Orkantiefs zogen über uns hinweg und machten Aufenthalte im Freien unmöglich. 

Auch dieses Jahr – 2026 – ist es wieder so. Seit Jahresbeginn gab es bereits 7 Sturmtiefs mit Überschwemmungen, besonders in Zentralportugal, und einige Gebiete sind seither ohne Strom. 

April bis Juni und der Herbst sollen ideal sein – von Juli bis August ist es oft sehr heiß und dann entstehen oftmals Waldbrände. 

Stellplätze

Übers ganze Land verteilt findet man sogenannte Area de Serviço  Autocaravans, auch ASA genannt, die meist unter kommunaler Verwaltung stehen und manchmal sogar kostenlos sind. Nicht immer in schöner Lage, aber zweckmäßig und mit V/E-Station, seltener mit Strom ausgestattet. Natürlich muss man damit rechnen, dass so ein Platz belegt ist    und man sich eine Alternative suchen muss. Wir haben dann oft bei Supermärkten gestanden, die einen Bereich für Wohnmobile markiert haben. Dieser Stellplatz hier bei einem Lidl war Spitze – Waschmaschine und Trockner direkt nebenan, Frischwasser gab es auch und morgens konnten wir frische Croissants Im Supermarkt holen. Die sind in Portugal beim Lidl übrigens super und haben wir so noch in keinem anderen Land bekommen. Das Freistehen an der Küste ist in Portugal nach wie vor kaum möglich bzw. vielerorts explizit verboten. Selbst das Nur-Parken auf offiziellen Parkplätzen in Meeresnähe ist für Camper meist nicht erlaubt. 

In der Nähe von Porto standen wir ausnahmsweise auf einem Campingplatz, weil nichts anderes zu finden war. 77 € haben wir in der Nebensaison für 2 Nächte ohne Strom gezahlt. Überhaupt nicht schön, aber für uns die einzige Möglichkeit, die Altstadt von Porto anzuschauen. Wir haben uns mit einem Uber-Taxi in die Stadt fahren lassen. Dort sind Womos nämlich stark einbruchgefährdet – wir haben Camper getroffen, die genau darüber aus eigener Erfahrung berichtet haben. Das Taxi hat knapp 10 € pro Strecke gekostet und ging auch mit Hund. In öffentlichen Verkehrsmitteln braucht man in den meisten Fällen für Tiere entweder einen Maulkorb oder eine Transportbox, die wir erstens nicht haben und zweitens bei einem Stadtbummel auch nicht mitschleppen möchten.

Von uns genutzte Stell-oder Campingplätze

An der N2: Santa Marta de Penaguião (kostenlos), Frischwasser und Strom gegen Gebühr SEHR GUT

An der N2: Sardoal (kostenlos), Frischwasser kostenlos, für Strom muss Schlüssel bei der Feuerwehr geholt werden SEHR GUT

An der N2: Castro Verde beim Lidl (24 Std kostenlos), Frischwasser kostenlos – Schlüssel an Kasse 1 beim Lidl abholen SEHR GUT

Sul Park Albufeira, Beco de Torre, Mosqueira, 12 €/24 Std, V/E 4€ ZWECKMÄSSIG

Odeceixe, 7 Rua Escolas, 12€/Tag NICHT SCHÖN

für Besuch Porto: Camping Orbitur Canidelo, Avenida Beira-Mar, 441 – Praia de Salgueiros, Vila Nova de Gaia ZWECKMÄSSIG

Internet

Wir kaufen auf unseren Auslandsreisen immer gerne eine lokale Daten-SIM-Karte. Das war in Portugal so einfach wie in keinem anderen Land. Gleich zu Beginn unserer Tour sind wir in Chaves zum Mobilfunkanbieter Meo, weil der eine gute Netzabdeckung hat und günstige Prepaid-Tarife anbietet. Innerhalb von 5 Minuten war alles erledigt und die Karte hat  sofort funktioniert – das haben wir auch schon anders erlebt. Bezahlt haben wir 35 € für unlimitiertes Datenvolumen.

Kosten

Was hat uns diese 5-wöchige Rundreise gekostet?

Der größte Posten ist bei uns wie immer der Diesel, der in Portugal im März 2025 rund 1,55€/l kostete und immer teurer ist als in Spanien. Heißt also: kurz vor der Grenze volltanken! 

Bei 2.900 Kilometern und unserem Verbrauch von knapp 9 Litern auf 100 Kilometer machte das 400 € . Auswärts essen waren wir nur 2 Mal, d.h. wir waren Selbstversorger und haben in den örtlichen Supermärkten eingekauft. Das Angebot ist riesig und man hat die Wahl zwischen mehreren Handelsketten. Die Qualität von Gemüse und Obst ist hervorragend und die Preise liegen unter den deutschen. Lebensmittel aller Art schlugen bei uns mit 750 € zu Buche. Für Stell- oder Campingplätze kamen 100 € dazu, für Maut, Parkplätze und Taxi 50 € und für Eintrittsgelder 100 € . Macht in Summe 1.400 € für gut Wochen. Ihr seht – Portugal ist, was die Reisekosten mit Womo  angeht, ein recht günstiges Land.